Sonntag, 1. März 2009

Entdecke die Halbinsel!

Marta und ich haben uns am Valentinstag (ja, vor 2 Wochen, mein Sonnenbrand ist jetzt endlich verheilt, Haut restauriert) dann mal aufgemacht, die Halbinsel zu erkunden, die sich Dunedin vor einigen Jahrtausenden (als es Dunedin noch nicht mal gab), vor die Tür geschmissen hat. Herrlich, diese Stadt, die so viel schönes in so großer Nähe um sich schart. Werde ein halbes Jahr brauchen, um das alles zu erkunden…
Wie passend! Bin ja noch bis Juli hier, bevor es mich nach Christchurch weiter nördlich spült!

Dunedin befindet sich übrigens in der Provinz Otago, die Halbinsel heißt daher „Otago Peninsula“. Nein, hier wohnten keine Hobbits. Soweit ich weiß, wurde auf der Halbinsel nichts für den Herrn der Ringe gedreht.
Wir hatten unglaublicherweise super Wetter, TROTZ SOMMER!

Ja, manchmal nervt mich die Regenhäufigkeit etwas, aber hab heute beschlossen und innerlich akzeptiert: Es ist ja nur Wetter.

Nachdem der letzte Artikel Euren Tagesplan unweigerlich strapazieren musste, habe ich geübt und werde mich hier wirklich kurz fassen. Es gibt daher viel zu gucken, wenig zu lesen.

Vielleicht fällt mir auch grad nich viel Text ein, man kann nicht immer nur produzieren, produzieren, produzieren!

Zu Eurer Unterstützung hier eine Karte, vor allem für die, die immer noch zu faul waren, mal im Atlas oder bei Google Map zu gucken, wo ich überhaupt bin, und natürlich für die, die kein Internet haben und auf die Druckversion angewiesen sind und zu allem Überfluss auch noch keinen Atlas besitzen.
(Das ist also die Suedinsel. Dunedin befindet sich unten rechts.)

Mal noch eine Karte von Neuseeland insgesamt:

Links weiter weg ist dann Australien, weiter oben dann Indonesien, gar nich sooo weit weg. Rechts gibt es auch Inseln und die Datumsgrenze, dahinter ist gestern, und unten gibt es lecker Eis.

Also. Der Anfang war easy-peasy an der Küste lang, keine Spur von Gebirge, ha!



Getier kreuzte unseren Weg.


Auch Gepflanz.


Nicht unwichtig:


Ein Relikt aus Urzeiten:


Habe todesmutig die Fauna inspiziert. Dieser Riesenkrebs war größer, als er aussieht, und meine Hand wirkt auf dem Bild auch größer, als sie war.


Konnte es nicht lassen, das wohl 500. Bild von Schafen zu machen, Vati, das haben wir dir zu verdanken. Übrigens kriegen alle ganz große Augen, wenn ich erzähle, dass mein Vater ganz lange Schäfer war – ja, Schafe sind durchaus populär und offenbar übt dieser Beruf eine enorme Faszination aus. Ich kommuniziere weiterhin im Vorbeifahren mit den „Sheepies“, wie ich sie nenne, nur kennen die alle nur ein Thema, aber was soll’s, lassen wir mal Gras drüber wachsen.


Tolle Perspektive, wa?

Abb.: Hütte auf Hügel mit Schaf.

Konnte keine Kommunikation aufbauen mit dieser Genossin. Aber sie hat bereitwillig in die Kamera gegrinst:

Haben dann unsere Fahrräder abgestellt und sind gelaufen. Es war zu steil und zu windig für ein Fahrrad mit ohne Gangschaltung, wie man hier hoffentlich sieht.



War auch gut so, konnten einen Berg erklimmen und konnten doch tatsächlich National-Geographic-Fotos machen.


Jetzt mal ganz im Ernst: Als ich das gesehen hab, blieb mir doch die Spucke weg. Hätte nie gedacht, dass ich so was Schönes mal sehen würde (na ja, die National Geographic kaufen is ja einfach). Wir haben einige Zeit auf dem Berg verbracht und haben das doch wirklich sehr genossen, auch die Kekse.

Oh, noch was lustiges zum Abschluss: Marta hat nen Zaun berührt, über den wir leicht verbotenerweise klettern mussten. Es gibt Zäune, sagte ich ihr altklug, die berührt man besser nicht. Hehe. Gut, dass sie vor mir war…Grins.

Die Nachrichten

Es haben sich mittlerweile so einige hundert Bilder angesammelt, deren Kapitäne ich Euch mal nicht vorenthalten möchte. Könnte sein, dass der Text relativ kurzatmig wird – das ist jedenfalls der Plan, denn, die letzten zwei Wochen in einen typischen Text à la Conny zu gießen, wäre selbst für mich UN PEU TOO MUCH (Elsa gibt mir bissl Französisch-Unterricht), also über der Schmerzgrenze, WIR HABEN DOCH KEINE ZEIT.

Denn: Es ist viiiel passiert hier auf der Südhalbkugel, und den Dunedin-Teil der Hemisphärenereignisse bin ich engagiert zu präsentieren…Und zwar hoffentlich in Nachrichtenmanier, wie gesagt, um Euch den Informationsüberfluss kurz und knapp darzubieten. Merke gerade, ich beginne schon, zu scheitern. Kann doch nicht sein, dass das immer noch die Einleitung ist….

Maaaaann, jetzt erzähl halt endlich, hör ich Euch synchron Eure Bildschirme anmotzen. Nänänänänäää, is ja juuuut, Meine.

#1
Eine naive Ostdeutsche (aus Leipzsch) hat mit nem Dunediner im Internet angebändelt und ihm seine Lügen geglaubt (33 Jahre alt, Doktorand), war dann ALL OVER Dunedin’s newspaper und Radio, wurde von einem Großteil der Bevölkerung ob ihrer Dummheit belächelt. Der Mann war 54, arbeitslos, hatte Hühner u.a. Geschöpfe in seinem Haus (!), sie hatte kaum Geld mit, hat es vorgezogen, sich von ihm beherbergen zu lassen, VON DIESEM SCHÄNDLICHEN LÜGNER, statt gleich wieder ins Flugzeug zu steigen. Offenbar arbeitet sie als Teilzeitkraft im sozialen Bereich und wollte erkunden, wie ein Mensch so werden kann. Zitat Ende. Ich schüttle jetzt noch mit dem Kopf. Polizei war auch involviert, als es dann wirklich brenzlig wurde. Tz-tz.

#2
Marta, Zeus und ich haben erkannt, dass man echt nicht bedient wird, wenn man sich vor ein Café setzt. Da kann man auch 20 Minuten sitzen bleiben, ohne dass sich jemand für einen interessiert. Gut, wenn man ne Pause braucht. Schlecht, wenn man Kaffee braucht.


Sind dann gegangen und haben beim nächsten Mal brav an der Theke bestellt und bezahlt. So funktioniert das also.


Hier mal ein Bild von den beiden:



#3
Die Uni hat angefangen. Studenten krass drauf. Haben 2 Wochen lang gefeiert, dass sie jetzt Studenten sind und sich nicht wie Erwachsene benehmen müssen. Beweisfoto:


Höhere Semester (viel erfaaaahrener!) haben Jungstudis mit Eiern, Mehl und Bier beworfen, was das Gekrauche soll, hab ich nich verstanden.
Was haben wir damals gemacht, 2001? ……. Ui, die Einführungsveranstaltungen der Einführungswoche besucht. Wie (und dass) man die Bibliothek benutzt. Welche Seminare wichtig sind. Wieviel Stunden pro Woche angemessen sind. Boooaaah, wie gerne wäre ich auf dem Markt rumgekrochen!!! Lach.

#4
Highlight der Orientation Week der neuen Studenten: SKANDAL!!! Studentenparade endet im Chaos, bei dem nicht nur Eier, Bier und Mehl fliegen, sondern auch alle Sorten von Körperflüssigkeiten, und es war noch ekelhafter, als es klingt. Und ich hab es nur in der Zeitung gelesen und das war schon zuviel. Stadt empört, Bürgermeister enttäuscht, Ladenbesitzer zusätzlich beschäftigt mit Trockeneierabkratzung. Habe keine Bilder, ich war zum Glück in meinem Zimmer, als es geschah.


Notiz: MUSS MICH KÜRZER FASSEN; MUSS MICH KÜRZER FASSEN.

#5
Arbeit. Habe nun Schülergruppen, die ich mit mehr oder weniger großem Erfolg zum Deutsch sprechen bringe. Die Jungens (John McGlashan College) sind überaus nett, grüßen mich auch auf der Straße, die Mädels (Otago Girls’ High School) auch sehr nett und überhaupt fast alle Schüler hier meiner Ansicht nach sehr fleißig und wissbegierig. Und sportlich: Hatten Sporttag, verglichen mit den Sporttagen zu DDR-Zeiten doch äußerst locker (Disziplinen z.B. Sackhüpfen. Ich dachte, ich seh nicht richtig. Eierlaufen und Gummihuppe [dt. Gummi-Hüpfe. Lach.] hab ich allerdings nicht gesehen), vor allem auch für diese strikt organisierte Schule. Man achte auf die Sportbekleidung.




#6
Weiterhin große Liebe zwischen meiner Gitarre und mir. Endlich mal ein Bild jetz!!!



Und noch eins von dem guten Stueck alleine:


#7
Pub. Gehen oft, es gibt jeden Abend Live-Musik, unglaublich, ein Paradies, und die Musi ist guuut! Hier ein Bild voller Freude im Irish Pub „The Bog“, mit Elsa, mir, Ann Schneider (aus Minnesota, US, wohnt in Elsas Haus, sehr gut, ihre Bekanntschaft gemacht zu haben), und Marta. Der Typ ist der lustige Barkeeper, der einen günstigen Augenblick genutzt hat.


Finde, ich hab auf diesem Bild Ähnlichkeit mit Frau Prof. Dr. Volk-Birke, könnt mir gerne (wirklich!) widersprechen. Ist es die Nase?

#8
Heeme. Weiterhin sehr nett mit meiner Familie, und das Essen schmeckt. (Esse oft zusätzlich Muffins in der Stadt, sind groß und es gibt zu viele Sorten, muss alle probieren). Das war jetzt redundant.

#9
Marta und ich hatten letztens zufällig ein schachbretthaftes Arbeitsoutfit, dessen Schachbretthaftigkeit uns bewusst wurde, als wir uns nach der Schule sahen (waren getrennt auf Arbeit gegangen):

Die Hosen haben sogar beide Nadelstreifen, das muss uns erstmal einer nachmachen.















#10
Marta und ich waren mal wandern. Haben – könnt ihr mir ruhig glauben – eine Straße in Dunedin gefunden, die NICHT steil oder ein Berg ist.




Wir waren wandern in Wald und Flur,
und waren nicht alleine
in der Natur:


Haben Dunedin von ganz weit oben gesehen:


























#11
Und zum Schluss: Ja, ich surfe jetzt. Jeden Freitag, im Pazifik, mit nem Brett aus Styropor, das klingt jetzt leicht, aber lass dir das mal von ner blöden Welle an dich schießen, ich kann dir sagen, ey, LEICHT my ass! Habe Blutergüsse und Muskelkater von diesem Erlebnis, aber hat das Spaß gemacht!!! Hier mal ein kleiner Eindruck, zum Glück konnte ich die Kamera nahe dem Wasser positionieren, sodass mir mit Selbstausloeser dieser Schnappschuss gelang:





Nun, das waren dann erstmal einige wenige Neuigkeiten. Keine Panik, ich sammle weiter. Jetzt könnt ihr dann auch endlich weiterarbeiten, doch keine Mittagspause heute, dafür ist keine Zeit, die Conny schreibt ja immer so viel. Jajaja…Im nächsten Blog-Artikel, der sich dem hier auch gleich anschließt (wir haben keine Zeit zu verlieren), könnt ihr dann meine wirklichen Ausflugsabenteuer begucken, hier waren ja nicht mal die Bilder von mir mit den Pinguinen im Arm dabei!!! (Ja, man muss die Leute locken! Hehehe.)

Dienstag, 24. Februar 2009

Relay for Life

Sonntag, 22. Februar, 0:00 Uhr

„You may now officially stop walking.“
Der Menschenfluss, mit dem ich die vergangenen 2 Stunden auf Gras geschwommen bin, bleibt stehen und grölt und klatscht, zusammen mit der Menschenmenge vor der Bühne, auf der die Hauptorganisatoren des RELAY FOR LIFE stehen, u.a. „Survivors“, um sich anschließend bei vielen, vielen Beteiligten zu bedanken. Wir bleiben eine Weile stehen und richten Augen und Ohren auf die Bühne, sind aber dann doch zu müde und gehen zum Zelt der Otago Girls’ High School, in dem der Rest unseres Teams sich aufwärmt.
Es regnet seit 37 Stunden ununterbrochen, mal aus Eimern, mal nur dieser niedliche Drizzle, den man kaum merkt, der einen aber innerhalb von 2 Minuten klatschnass macht, bevor der Moment kommt, in dem man sich fragt bzw. ich mich frage, was da von oben auf meine Schuhe tropft, ach, es regnet ja, und die Tropfen kommen von meinen Haaren, sind also wirklich schon klatschnass.
Ich muss lächeln, als ich mehr Regenschirme als Menschen sehe (die meisten sind UNTER den Regenschirmen) und der Animationsguru der Veranstaltung, ein gelungener Freddie-Mercury-Robbie-Williams, „We are the champions“ singt. Bin irgendwie dankbar, dass auf „The show must go on“ verzichtet wurde, das fände ich ungeschickt ausgewählt. Nebenbei wird mir klar, dass ich heute garantiert von Kreisen träume. Wahrscheinlich muss ich durch Reifen springen und bleibe hängen oder irgend sowas idiotisches, REALES. Bin ja bissl tollpatschig.
Als wir zum Auto gehen, spielen sie „Summer of ’69“ und ich muss wieder grinsen und denke einmal mehr an Ines.

Samstag, 21. Februar, 21:45 Uhr

Krass, die Scheinwerfer machen die Nacht zum Tag, man könnte ein Buch lesen, so hell ist es hier. Ich fange an zu laufen, die erste Runde, die zweite Runde, und höre auf zu zählen, während ich mit halbem Ohr der Moderatorin zuhöre, die alle Anwesenden daran erinnert, warum wir da sind und das tun, was wir tun – einige wohl seit 10 Stunden. Das andere halbe Ohr hört meinen eigenen Gedanken zu, die sich um dasselbe drehen.
Jess fragt mich, ob wir so was in Deutschland auch machen, und ich muss passen und fühle mich irgendwie schuldig. Ich sehe das Gras unter mir, es sieht aus wie gekämmt, mit einem sehr feinen Kamm, es gibt keinen Scheitel, denn es formt einen Kreis. Auf diesem Kreis bewegen sich konstant vielleicht an die 300 Menschen mehr oder weniger schnell, es gibt kein Ziel – außer dem Weg.
Nach einer Weile wird Musik gespielt, und sie verärgert mich, denn ich sehe nicht gleich, was „Hey Baby, uuuh, aaah, I wanna knooooow if you’ll be my girl“ mit der Unterstützung der Krebsforschung zu tun hat. Die meisten hier scheinen genau das aber schon zu sehen, denn die übertönen fast das, was aus den Lautsprechern kommt. (Kleine Bemerkung am Rande: Finde es aber doch interessant, dass dieser DJ Ötzi-Typ es mit seinem Remake bis nach Neuseeland geschafft hat.)
Während ich also laufe und versuche, die 3000 Regenwürmer zu ignorieren, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren, wird mir klar, warum ich hier bin, und dass das durchaus mehr ist als die relativ banale Idee, „einfach ne Weile im Kreis zu gehen, es ist ja für einen guten Zweck.“ Ich bekomme leicht Gänsehaut, nicht, weil mir kalt ist, sondern weil ich froh bin, dass Menschen, die einander nicht kennen, sich gegenseitig helfen und lächeln und miteinander reden über ihre Erfahrungen – und, dass das hier selbstverständlich ist.

Samstag, 21. Februar, 23:00 Uhr

Ich muss innerlich etwas über mich selber lachen, weil ich schlagartig begreife, warum hier die Menge tobt und sich freut über „Living on a Prayer“ und „I want to break free“ und „Pretty woman.“
Noch vor einer Stunde dachte ich, man sollte hier mit gesenktem, nassem Kopf gehen und an die Menschen denken, die in irgendeiner Weise betroffen sind, dass wir hier ein kleines symbolisches Denkmal setzen für die, die wir verloren haben und für die, die es geschafft haben, und irgendwie lag ich damit auch gar nicht so falsch, nur … es geht nicht darum, sich hier zu versammeln und gemeinsam zu trauern. Es geht vielmehr darum, das Leben zu feiern und die Tatsache, dass nichts wirklich aussichtslos ist und wir den Weg aus der vermeintlichen Aussichtslosigkeit unterstützen, glätten müssen.

Ich entscheide mich dennoch gegen Partizipation am allgemeinen Stimmungshoch und feiere das Leben auf meine eigene, merkwürdige Art, mit meinen gedanklichen Denkmalssymbolen und meinen mittlerweile nassen Füßen in matschigen Winter(!)schuhen im Schlammgras, das sich an nackten Füßen bestimmt herrrrrlich anfühlt, wenn es hier nur nicht so scheiß kalt wäre…

Sonntag, 8. Februar 2009

Kaffee, Kekse und KFahrradfahren ;)


Schon 10 Tage hier. Fühl mich bereits relativ heeme, also, ich weiß, wo ich Cola kaufen kann und Kekse (habe derzeit nen Jieper, denke den ganzen Tag an Kekse), und ich erprobe auch schon verschiedene Wege in die Stadt, denn den einen kenn ich ja schon so gut, und man will ja experimentieren. Dunediner sagen, dass das Beste an Dunedin ist, dass man über viele verschiedene Wege zu einem Ort gelangen kann. Sehr wahr, das. Man kann sich auch prima verlaufen, aber habe auch cleverhaft schon nen Stadtplan gekauft, den ich immer bei mir trage.


Wie auch meine geliebte Lumix. Hach, wie froh ich bin, dass ich im Dezember in einem Anfall von Krass,-ich-hab-nen-Job,-ich-habe-Geld,-das-geb-ich-gleich-mal-aus-Gefühl diese geniale Kamera gekauft hab. Hab das Gefühl, man muss gar nicht fotografieren können, die Bilder hier sind von alleine schön irgendwie. Ob das jetzt an der Kamera liegt oder an den Objekten, lass ich mal im Raum stehen.


A propos Raum: Mein Zimmer sieht so aus:

Ach ja, letzte Woche hat ja mein Job angefangen. Für die, die es nicht wissen: bin Fremdsprachenassistentin an 2 Schulen, einer Mädchen- und einer Jungenschule, und helfe den Deutschlehrern, indem ich mit meinem wunderbaren sächsischen Dialekt und einer Tüte Haribo (die ich nur UNGERN zur Verfügung stellen werde) den Unterricht mit Authentizität erhelle. So richtig los geht es erst am Montag, aber hab schon schön Unterrichtsluft schnuppern können und muss sagen, es ist doch alles sehr, sehr anders als bei uns. Lehrer und Schüler wirken fast n bissl wie Geschwister, was bei einer Klassenstärke von mitunter 9 Schülerchen nicht verwundert. Meine kleinste Klasse hat sogar nur 5 Schüler. Scheint fast so, als wäre Deutsch jetzt nicht der Bestseller an Schulen, wa? Ist aber für den Unterricht selbst unglaublich bereichernd, logisch.

Marta und ich hatten aber recht wenig zu tun am Anfang, denn das Schuljahr hat ja erst begonnen, und vieles war ja erst mal von organisatorischer Natur. Wir wussten die Zeit aber zu nutzen, und das sah dann eigentlich immer so aus:

Da Marta für das Wochenende ein Auto gemietet hat (sie fährt mit ihrem Mann in die Berge), sind wir vorgestern mal zum Strand gefahren (St. Clair Beach). Wowwww, der Pazifik flößt mir immer wieder aufs Neue so eine Ehrfurcht ein. Sind dann ziemlich lange barfuß am Strand langgestiefelt…

Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar mal angehalten, um den Blick über Dunedin zu fotografieren:

Gestern habe ich mit Elsa (französische Assistentin) und ihrem Mitbewohner Ben nen Ausflug zum Tunnel Beach gemacht. Es war ihre Idee, und auf dem Weg dorthin hab ich ihr geschworen, sie umzubringen, denn es ging ausnahmslos bergauf. Habe ich schon die Berge in Dunedin erwähnt??? Wenn jemand denkt, na ja, die LuWu in Halle oder der Kupferberg in Großenhain sind Berge, der soll man schön ruhig sein. Fakt ist, in Dunedin GIBT ES KEINE Straße, die kein Berg ist. Die steilste Straße der Welt befindet sich hier, Beweisfoto kommt noch. San Francisco? Gar nüscht dagegen! Tunnel Beach jedenfalls befindet sich zwar logischerweise in der Höhe des Meeresspiegels, aber man muss erstmal dahin fahren, um dann 20 Minuten steil bergab zu laufen, damit man zum Tunnel kommt:

Ich hab Elsa dann doch nicht umgebracht, denn alle Anstrengung hat sich doch sehr gelohnt, als sich uns dieser Anblick bot:

Herrlich. Ziemlich laut da, wegen der Wellen, die an die Felsen klatschen. Aber alles sehr, sehr beeindruckend. Elsa meinte, „das da hinten muss die Antarktis sein“, aber der Südpol ist knapp 5000 km entfernt. Hab ihr aber zustimmen müssen, denn der Horizont sah doch recht antarktisch aus ;-)

Nachdem wir also schätzungsweise 1,5 Stunden (gefühlte 2 Tage) gebraucht haben, um hin zu kommen, waren wir, glaub ich, in, na sagen wir mal etwa 27 Minuten wieder im Stadtzentrum, denn wir konnten ja wieder bergab. Herrlich und gefährlich, denn innerhalb von 3 Sekunden hat man nen Affenzahn drauf, huiiiiiiiii.

Heute früh war ich mit Elsa beim Farmers Market, dicht drängten sich die Massen, Karotten und Schalotten einkaufend. Ein sehr angenehmer Geruch auf diesem Markt, dessen Charakter sich allerdings alle 5 Meter änderte, und es wurde immer besser, aber man sollte nicht hingehen ohne Frühstück im Bauch (wie ich), denn dann will man ALLES kaufen. Habe mir einen Giant Chocolate Cookie gegönnt, der in der Tat riesig war, mit nem riesigen Stück Schokolade in der Mitte, yuuuum!

Die Fußgängerampeln hier, um mal ungalant das Thema zu wechseln, machen übrigens ein lustiges Geräusch, wenn man gehen darf. Bisschen wie ne Silvesterrakete.

Viele Grüße aus Kiwiland,

Conny :)

Samstag, 31. Januar 2009

Bin daaaaa!

Jetzt IST es also. IN ECHT.




Ich bin in Neuseeland.








Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!








Jetzt, nachdem ich drei Tage hier war (ohne irgendein Gefühl von Jetlag – das muss eine Erfindung der US-Amerikaner sein, wahrscheinlich zu Werbezwecken für IRGENDWAS) und ich mehr und mehr Dunedin erforsche und Menschen treffe, steigt mein Hochgefühl minütlich. Ich vermisse Euch, keine Frage, und Halle, und die 7a und die 9d, und auch die 7c und die 7d irgendwie (*grins*), und Orbit-Kaugummi Spearmint (die grünen), und – klar, ich wusste, dass das kommt – Döner, aber es ist schon enorm, dieses Gefühl, das einen überkommt, wenn man Teil von etwas ist, das so weit weg ist, so surreal, so übernatürlich schön, so freundlich, fluffig genug, gerne alles auf den letzten Drücker zu tun – hier bin ich richtig, hier falle ich nicht auf.








„So viel besser als auf den Bildern, die man kennt“ wollte ich noch schreiben, aber sooo viel hab ich nun auch noch nich gesehen, dass ich DAS ernsthaft behaupten könnte. Grins.








Es erinnert doch vieles an England hier. Hab heute auch festgestellt, dass meine leichte Abneigung gegenüber Pastry-dominiertem Essen sich leider nicht auf wundersame Weise in Luft aufgelöst hat. Nun ja. Worth a try. Auf diese Weise werde ich jedenfalls dem mir glücklicherweise genetisch sowieso schon nicht vorbestimmten Schicksal entgehen, eine Art Gürtel aus Fettmasse zu bilden, der sich von dem Teil kurz über den Hüften bis zu den Knien erstreckt.








Vielleicht zunächst zu meiner Wohnsituation. Ich wohne in einem Haus, das man aus Filmen kennt, in denen die Protagonisten nicht wenig Geld haben, den Tag mit Tee trinken (und abwarten) und Golf spielen verbringen und über die Frage diskutieren, ob sie jetzt den Teppich mit eingewebten Goldfäden nehmen sollen oder lieber das 248-teilige Service aus Meissner Porzellan (kein Mensch braucht 22 Soßenschüsseln, do they?). Es wirkt n bissl wie ein Palast (auf mich jedenfalls), habe ein großes Zimmer mit Aussicht (wahrscheinlich ähnlich schön wie die im gleichnamigen Roman). Viel wichtiger aber ist, dass ich hier quasi ne Gastfamilie habe, die sehr nett zu mir ist (Alison und John und deren Töchter Jess (29) und Laura (21)). Jess ist meine Arbeitskollegin, sie unterrichtet Japanisch. Laura studiert Jura. Ich fühl mich wohl hier, muss niemandem Rechenschaft ablegen, wir essen zusammen, wenn es sich ergibt, und ich darf mich theoretisch frei in der Küche und im übertragenen Sinn im Kühlschrank bewegen (hmmm, bin noch bissl schüchtern, was das betrifft).








Habe die Wohnsituation übrigens von Chris, dem von mir assistierten Lehrer besorgt bekommen, der ja logischerweise auch ein Arbeitskollege von Jess ist und wusste, dass die Familie Leute aufnimmt.




[Abb.1: Ich gehe aus dem Haus und gucke. Das da unten ist der Hafen. Nicht im Bild zu sehen dahinter und rechts: Der Pazifik. Aaaaah.]




Hier gibt es 2 Katzen!!! Sie sind offenbar benannt nach 2 Katzen in Harry Potter – große Preisfrage: Wer mir die Namen sagt, bekommt eine persönliche Mail, lach). Sie wollen mich leider noch nicht, aber ich plane, das zu ändern. Just give me time, hehe. Es gibt auch einen Hund, aber den darf man nicht anfassen (grumpy old lady namens Brandy oder Brindy oder Brendy, schwer zu sagen bei dem neuseeländischen Akzent).







Ha! Gestern abend ist dann auch noch Marta angekommen, die hier im Haus ne eigene Wohnung hat (ja, es ist groß) und die auch meine Kollegin wird. Sie ist aus Spanien und wird dann wohl … Spanisch unterrichten.



Habe mich gleich nach meiner Ankunft (Mittwoch, 9:10 morgens, ich wurde von dem Lehrer abgeholt, dem ich assistiere) in die Stadt gestürzt, um mich wach zu halten, und habe auch gleich gesehen, dass sie viel zu bieten hat. Ein manches Gebäude in Dunedin sieht aus wie ein Pfefferkuchenhaus (so zum Beispiel der Bahnhof – der Architekt wurde seinerzeit deswegen verspottet), insgesamt ist vieles doch sehr britisch. Dunedin (sprich: Da-NIE-den) wurde von Schotten erstmals besiedelt bzw. gegründet, man sieht das durchaus. Und das meine ich natürlich positiv!







[Abb. 2: Eine mögliche Ansicht von Dunedin train station – Der Pfefferkuchenbahnhof.]








An jenem Mittwoch war schönes Wetter, hier ist ja Sommer, wie Ihr wisst, KEIN NEID, KEIN NEID! Seit Donnerstag frage ich mich, ob sich wer vertan hat. Tiefe Schwaden (sorry, gibt es das Wort überhaupt? Bin nich mehr so sicher) von Wolken hängen über der Stadt, mein schöööner Ausblick ist reduziert auf viel Stadt mit Häusern und Straßen, in Wolken, hab ich das schon erwähnt?, die Berge dahinter sind wie abgehackt und nach hinten geklappt (muss ja, vorne sieht man sie jedenfalls nicht). Aber es ist warm. Irgendwas um die 20 Grad vielleicht? Für jemanden, der vor 2 Wochen oder so noch -17 Grad im Gesicht hatte, schon was Besonderes.







Och nöööö, jetzt regnet’s ooch noch! :-/




Ey cool, mein erster Regen hier! Bin ganz fasziniert.








(Schaue aus dem Fenster. Habe Erker, kann mir also eine der 3 Seiten aussuchen. Regen ist aber überall gleich. Auch sehr ähnlich dem, den ich aus Europa kenne. Nass, vor allem. Und Tropfen bilden längliche Nasen an der Scheibe. Aber sind nur ein paar Nasen. Nich grad nasenvoll, die 3 Scheiben. Maaaaaaann, schreib weiter. Focus! Focus! Stick to the important stuff!)





[Abb. 3: Hab leider keine Schablone, um eigentliches Bergmassiv zu demonstrieren, aber hoffe, das Wetter wird noch mal besser. Ja, das ist aus meinem Erker geblickt.]











[Abb. 4: Nun, das (etwa 40 Minuten später) ist doch schon mal viel deutlicher demonstriert. De-MONSTRIERT sind in der Tat auch die Berge, naja, sie sind nicht wirklich MONSTRÖS normalerweise… Man beachte auch die deutlich erkennbaren Regentropfen. Der Baum links will sagen: es herrscht eine leichte Brise.]





Die Zeit hier wird wie im Flug vergehen, denn es ist schier unglaublich, was man hier alles entdecken kann. Die Südinsel ist offenbar ein Paradies für jeden, der auch nur ein bisschen RAUS will, wahnsinnig variationsreich. Nächsten Freitag ist Waitangi Day (Nationaler Feiertag aufgrund des Waitangi-Vertrages zwischen Maori und Europäischen Siedlern, der u.a. den Maori Souveränität garantierte), also verlängertes WE, das ich für einen Ausflug nutzen werde, mal sehen.





Auf der Otago-Halbinsel (quasi vor der Haustür), vielleicht ne Stunde oder zwei mit dem Fahrrad entfernt, ist eine, DIE Siedlung von Albatrossen, da kann man hin, da muss ich hin. Ach, ich fang nicht an, aufzuzählen, was ich vorhab, da werd ich ja nie fertig. Naja, vielleicht kurz.





- Rail Trail (mit dem Fahrrad auf ner alten Eisenbahnstrecke lang, man sieht viiiiel Landschaft, hoffentlich ist schönes Wetter)
- Trans George Railway (mit der Eisenbahn auf ner alten Eisenbahnstrecke lang, man sieht viiiiel andere Landschaft, auch bei schlechtem Wetter)
- Fjordlandschaft im Südwesten der Südinsel (relativ weit, aber ein MUST SEE, u.a. dort gibt’s die Bilder, die man auf Kalendern sieht)





Da geht noch was. Damit wären die ersten zwei Wochen abgedeckt. Lach.





Da fällt mir ein – ich bin ja EIGENTLICH zum Arbeiten hier. War gestern schon mal schnuppern in einer meiner Schulen. Sehr interessant. Eine Mädchenschule. Heute hab ich dann auch die französische Fremdsprachenassistentin (Elsa) kennen gelernt, die auch an unserer Schule sein wird. Bin dann den ganzen Nachmittag mit Marta und Elsa durch die Stadt gewandert, sind beide sehr nett, ich glaub, wir werden uns gut verstehen.





Sprechen ja alle Englisch. Haha.

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To Be Continued…





Read next time:





- Wie ich beim Anblick einiger Früchte im Supermarkt erstarre und zu Sabbern beginne (sorry, no photos available this time)




- Mein Anpirschen an die rote Katze (die will mich noch eher als die schwarze)
Connie („Conny“ kann keiner aussprechen, daher mit „ie“. Scherz.) beim Erklimmen des Mount Cook (größter Berg Neuseelands, hab ich schon vom Flugzeug aus gesehen, den oberen Teil über den Wolken jedenfalls, kein Problem, schaff ich mit links, da nehm ich eben ein Jäckchen mit)





See next time:





- Ein Bild von mir, das die geradezu unglaubliche Tatsache beweist, dass ich mir bereits am 3. Tag nach meiner Ankunft eine Gitarre kaufen musste (, die MICH am 2. Tag entdeckt hatte), weil sonst alles zu spät gewesen wäre. Hatte ja keene von heeme mitgenommen!! Heul.
See this time additionally (I changed my mind):




- Das Wetter gibt es auch in schön: habe mal einen Tag gewartet, also mein Fensterblick:




Ich grüße euch wahnsinnig,

deGonnie